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Liga-Vorfreude statt Pokal-Trauma

16. Oktober 2020

Fußball-Landesliga Burger BC 08 (3.) fordert SV 09 Staßfurt (14.) im Heimspiel heraus


Burg (bjr) l Es mag vor dem aktuell wieder ernsthafter werdenden Pandemie-Geschehen nicht so erscheinen. Vielleicht hat die Schriftstellerin und Radio-Kolumnistin Lea Streisand aber am Ende des Tages doch mit dem berühmtesten ihrer Sinnsprüche Recht. Mit Sorgen, so die gebürtige Berlinerin, verhalte es sich wie mit Nudeln: Man macht sich immer zu viel davon. Groß dürfte also die Erleichterung bei Michael Hucke gewesen sein, als der Trainer des Burger BC 08 das Phänomen, das wir einfach mal als „Streisand-Effekt 2.0“ bezeichnen, vor etwas mehr als anderthalb Wochen erlebte. Der Coach hatte nämlich in der Trainingswoche nach der denkwürdigen 4:5-Niederlage im Landespokal gegen Haldensleben befürchtet, vor eine Trauergesellschaft zu treten, welcher der Sinn vorübergehend nicht nach Fußball stand. „Aber derjenige, der am längsten daran zu knabbern hatte, war wohl ich selbst. In den Gesprächen, auch mit den Erfahrenen im Team, hat sich gezeigt, dass am Ende alles halb so schlimm war“, schildert der 39-Jährige.

Ohne bleibende Nachwirkungen des Pokal-Traumas hat der Aufsteiger also den Blick schnell wieder auf das gelenkt, was zählt. Und das ist aktuell das anstehende Landesliga-Heimspiel gegen den SV 09 Staßfurt, der am Sonnabend um 14 Uhr seine Visitenkarte im Parkstadion abgibt. Und ein Blick zu den Bodestädtern verrät, dass der Gegner im bisherigen Saisonverlauf weitaus ärger gebeutelt ist als der BBC 08. Mit zwei Siegen bei drei Niederlagen ist der frühere Verbandsligist zwar von einem klassischen Fehlstart weit entfernt, doch die anfällige Defensive (13 Gegentreffer in fünf Partien) und daraus folgend ein schlechtes Torverhältnis sorgen dafür, dass die Elf von Neu-Trainer Patrick Stockmann derzeit auf einem der fünf Abstiegsplätze ankert. „Auch wenn wir davor gegen Kleinmühlingen (2:1, Anm.d.Red.) gewonnen haben, kam die dreiwöchige Pause für uns eigentlich zu einem guten Zeitpunkt. Wir spielen seit Juli und fortan bis Weihnachten durch, da ist so ein kleiner Cooldown für die Jungs gar nicht so schlecht“, erklärt der Staßfurter Übungsleiter.

Auch bis zu seinem Team hat sich herumgesprochen, dass mit dem Wiederaufsteiger aus Burg kein klassischer Neuling wartet. „Das ist ein Gegner mit großer Erfahrung und viel Qualität. Kindliche Fehler dürfen wir deshalb auf keinen Fall machen. Das nutzen sie sonst ganz sicher aus“, warnt Stockmann. Doch von der angesprochenen Naivität will man sich beim Gastgeber nicht täuschen lassen. „Es gibt in dieser Liga keine Spiele, die wir als Pflichtsiege einkalkulieren. In erster Linie freuen wir uns, dass wir wieder spielen dürfen und wollen dabei das auf den Platz bekommen, was wir über weite Strecken gegen Haldensleben gezeigt haben. Natürlich müssen wir die individuellen Fehler minimieren“, gibt Hucke als Marschroute vor.

Während bei den 09ern mit Evgeni Denisenko nur ein Ausfall zu beklagen ist, gestaltet sich die Personallage an der Ihle unübersichtlicher. „Durch einige Urlauber und Krankheitsfälle konnten wir im Training zuletzt mannschaftstaktisch nicht viel machen. Wir müssen sehen, wie sich kleinere Blessuren und Trainingsrückstände am Wochenende auswirken“, umreißt der Burger Coach. Angesichts des breit aufgestellten Kaders aber kein Grund für akute Besorgnis.


Die Pokalpleite gegen Haldensleben haben Marcel Probst (l.) und Co. abgeschüttelt, der Fokus richtet sich nun auf Staßfurt.Foto: Richter


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