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Handspiel-Ärger beim Heimdebüt des BBC 08

24. August 2021

Fußball-Landesliga Burg unterliegt Warnau mit 0:1 (0:0) / Irreguläres Gästetor / Chancen auf den Ausgleich bleiben ungenutzt

Burg (bjr) ● Wilhelm Schulz ließ sich bei seinem Torjubel nichts anmerken und riss die Arme nach oben in den Burger Nachmittagshimmel. Dabei hatten sich gerade die oberen Extremitäten des Warnauer Defensivspezialisten, der bei Standardsituationen den Gang in die Offensive nicht scheut, zum Aufreger entwickelt. Von der rechten Ärmelnaht des Trikots prallte der Ball nach Flanke von links nämlich ins Tor des BBC 08. Die drei Punkte bei dessen Heimdebüt in der Fußball-Landesliga gingen beim 0:1 (0:0) folgerichtig nicht ohne Protest an die Gäste vom SSV Havelwinkel.
Nach der neuerlichen Reform der Handspielauslegung durch die obersten Regelwächter des International Football Association Boards (IFAB) ist es in dieser Saison freilich wieder etwas schwerer geworden, den Überblick zu behalten. Wir versuchen es trotzdem:
Gemäß der seit 1. Juli geltenden Vorgaben ist weniger entscheidend, ob der Arm nun am Körper angelegt, cool vor der Brust verschränkt oder ähnlich einem Dreschflegel in konzentrischen Bahnen gekreist wird. In ihrem dritten Punkt ist die ansonsten sehr auf Abwehraktionen ausgerichtete Regelung schließlich auch aus offensiver Sicht sehr eindeutig: Wird mit dem Arm oder der Hand ein Treffer erzielt, ist dieser null und nichtig.
Schulz’ Siegtreffer kam folglich nach 80 Minuten auf irreguläre Weise zustande, da Schiedsrichter Sebastian Görmer zu einer gravierenden Fehleinschätzung gelangt war. Zur ganzen Wahrheit gehört allerdings auch, dass der Dessauer nur zwei Minuten später auf der Gegenseite unter ähnlich fragwürdigen Umständen erneut auf den Elfmeterpunkt deutete, nachdem Max Dennstedt der Ball bei einem Klärungsversuch im Strafraum an die Hand gesprungen war. Erik Teege trat an, doch SSV-Keeper Lucas Ezequiel Vicentin wehrte den zu zentral platzierten Versuch ab. Auch eine Eckballserie der Gastgeber in den letzten Minuten konnte die Pleite nicht mehr abwenden.

So sehr die Partie also in der Schlussphase nicht mit Höhepunkten geizte, wurde sie bis dahin von taktischen Zwängen und Leerlauf geprägt. Zwar verbuchten die Gastgeber durch einen Kopfball von Teege nach einer halben Stunde sowie durch Leo Lichtenberg (42.) und Marcus Schlüter (45.) gute Gelegenheiten, doch die Priorität lag eher auf einer stabilen Abwehr, wie Teammanager und Rechtsaußen Marcel Probst bekannte:
„Mit dieser Defensivtaktik sind wir zuletzt gegen den MSV Börde gut gefahren. Wir sind momentan einfach personell nicht so aufgestellt, dass wir auf Teufel komm raus losstürmen können.“

Allerdings war die Statik im Burger Spiel auch schon früh durch den verletzungsbedingten Ausfall von Christian Madaus (18.) ins Wanken geraten. Die Gäste strahlten so zwar lange eine latente, aber selten akute Gefahr für das BBC-Tor aus. „Eigentlich ein typisches 0:0-Spiel. Über eine Punkteteilung hätten sich weder wir, noch Warnau beschweren dürfen“, schätzte Probst ein. Doch da bekanntlich im Fußball die Frage, wie ein Erfolg zustande kommt, eine untergeordnete Rolle spielt, wurde am Sonnabend nur auf der einen Seite gehadert. Die andere durfte jubeln – ob nun mit oder ohne schlechtem Gewissen.

Nachdem die Bemühungen von Leo Lichtenberg (M.) und Co. erfolglos blieben, kam Wanau zum umstrittenen Siegtreffer. Foto: Björn Richter


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