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18. Burger Sparkassen Cup erweist sich als voller Erfolg

23. Januar 2017

Das veränderte Turnierkonzept beim 19. Burger Sparkassen Cup erweist sich als voller Erfolg.


Lennox Bäbenroth (am Ball) und das E-Juniorenteam des Gastgebers scheiterten knapp am MSV Börde und verpassten das Halbfinale. Foto: Stefan Graf

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Björn Richter ›
Volksstimme

Burg l Liebe Mamas, Papas, Omas, Opas, Fans, Freunde und weitere Wegbegleiter: Einen ziemlichen Schreck haben Sie den Verantwortlichen des Burger BC 08 da eingejagt. Als die Sporthalle der Berufsbildenden Schulen am Samstagvormittag um kurz vor 8.30 Uhr ihre Türen öffnete, hatte sich nämlich eine beträchtliche Menschentraube davor versammelt. Minuten später verfolgten schon rund 100 Schaulustige auf der Tribüne, wie beim Turnier der F-Junioren die Jüngsten die Ouvertüre zur 18. Auflage des Sparkassen Cups gaben. „Das war zu dieser Uhrzeit schon eine erstaunliche Besucherzahl“, zeigte sich auch Turnierorganisator Detlef Zimmer erstaunt und man wusste: Dieser Schreck war ein sehr schöner.

Als am Sonntagabend gegen 21.30 Uhr der letzte Pokal überreicht war, wusste man zudem: Die Neugier der Besucher hatte sich gelohnt. Ebenso wie die Mühen des Vereins und seiner vielen Helfern. Angesichts des Mammutprogramms bei der diesjährigen Auflage hatten diese im Vorfeld unzählige Ferngespräche mit den sieben anderen Vereinen zu führen, endlose E-Mails zu schreiben, aufzubauen, herzurichten, undundund oderoderoder.

Entschädigt wurden Veranstalter und Besucher mit einem Turnier, das getrost als Höhepunkt in der 18-jährigen Cup-Geschichte gelten durfte. Und als gelungene Neuerfindung. „Beim Konzept sind wir diesmal der Idee gefolgt, alle Beteiligten mitzunehmen. Ein Verein besteht nicht nur aus der ersten Mannschaft, sondern auch und vor allem aus dem Nachwuchs, der irgendwann dort oben ankommen soll.“ Wenig verwunderlich, dass die Anschreiben an Vereine gingen, die seit Jahren in sämtlichen Altersklassen ausbilden und zu den Top-Adressen im Land zählen.

"Eine riesen Sache"

Man mochte es aus Bescheidenheit nicht beim BBC 08 zugeben. Aber wenn das Matthias-Pape-Gedenkturnier, das eine Woche zuvor in Magdeburg über die Bühne ging, als inoffizielle Deutsche U 15-Hallenmeisterschaft gilt, dann war der Burger Sparkassen Cup in diesem Jahr so etwas wie eine Art Hallenlandesmeisterschaft im nördlichen Sachsen-Anhalt. Ungeachtet von halboffiziellen Titeln war man im Verein in erster Linie froh, das Vorhaben erfolgreich auf dem Parkett umgesetzt zu haben. „Eine riesen Sache, dass alles so gut funktioniert hat. Das wäre ohne die vielen Helfer, denen wir immens viel zugemutet haben, nicht möglich. Ihnen gilt ein herzliches Dankeschön. Immerhin reden wir von acht Turnieren mit 25 bis 30 Minuten Pause dazwischen.“

Der straffe Zeitplan sorgte für eine entsprechende logistische Herausforderung. Doch einerseits konnte sich der BBC 08 der Unterstützung durch den Landkreis in Sachen Spielstätte gewiss sein, zum anderen erleichterte die Neuausrichtung den Ablauf. So wurde etwa einem Verein stets dieselbe Kabine zugewiesen. Netter Nebeneffekt: Reibereien konnte so aus dem Weg gegangen werden.

Denn auch wenn vorwiegend bei beiden Männerturnieren und in den älteren Nachwuchs-Jahrgängen verbissen um jeden Quadratzentimeter PVC-Boden gekämpft wurde, war der große Sieger des Wochenendes das Fairplay – auf und neben den Rängen. „Dass es bei einem Turnier von solch einer Größenordnung keine Verfehlungen gab, war natürlich besonders erfreulich.“

Bei aller detailversessenen Organisation war am Wochenende allerdings auch Improvisation gefragt. Mal konnte Abhilfe schnell geschaffen werden. So sprangen bei den Männerturnieren für den Magdeburger SV Börde I (Mannschaftsausflug) der FSV Barleben und der FSV Borussia Genthin für den 1. FC Lok Stendal (Teilnahme an einem anderen Hallenturnier) ein. Dann war wieder Ideenreichtum gefordert, etwa als unter den A-Jugendteams der MSV Börde (Teilnahme an der Landesmeisterschafts-Zwischenrunde) wie auch Stendal (kurzfristige Absage) passen mussten. Kurzerhand wurde der Modus vom bewährten Zwei-Gruppen-Modell auf das klassische Jeder gegen Jeden mit Hin- und Rückspiel geändert.

Die knappen Ergebnisse und umkämpften Duelle bestätigten einmal mehr, dass man in Burg das ideale „Set up“ gefunden hat. Einerseits ist der Hallenkick seit dem Vorjahr durch den Einsatz einer Rundum-Bande noch eine Spur zuschauerfreundlicher geworden. Andererseits „sorgt der bewährten Modus dafür, dass immer irgendwo ein Endspiel stattfindet. Spätestens im zweiten Gruppenmatch muss eine Mannschaft etwas tun, ab der K.o.-Phase sind sowieso alle in der Bringpflicht“, erklärte Zimmer, der nach seinem Ausscheiden aus dem BBC-Vorstand im Vorjahr nunmehr als Vereinsmitglied weiterhin Sorge für den Sparkassen Cup trägt.

"Keine Schande"

Wie war es aber nun um die eigentliche Hauptattraktion des Wochenendes – den sportlichen Teil – bestellt? Der Blick auf die erstmals mögliche Vereinswertung verdeutlichte es: Den Ton gaben andere an als der BBC, der sich in der Endabrechung auf dem fünften Platz positionierte, mit der ersten Männermannschaft und den B-Junioren zweimal „Bronze“ erreichte. „Dafür sind die Jungs eben Sportler. Klar hätten sich alle im Verein über die ein oder andere vordere Platzierung mehr gefreut, aber oftmals haben nur Kleinigkeiten gefehlt, um etwa ins Halbfinale einzuziehen. Das war nun wahrlich keine Schande.“

Vor allem nicht, wenn man das hochkarätige Teilnehmerfeld betrachtete. Abgesehen von der Burger A-Jugend gehen alle beteiligten Nachwuchsteams in der jeweils höchsten Spielklasse ihrer Altersstufe an den Start. Exemplarisch sei hierbei das Turnier der D-Junioren genannt, in dem ausschließlich Vertreter der Talenteliga die Klingen kreuzten. Aus den Meisterschaftsspielen kennt man sich daher natürlich bestens, doch langes Abtasten und taktisch geprägtes Schach mit Fußballschuhen suchte man vergeblich.

Im Übrigen war auch das Niveau in den jüngeren Jahrgängen absolut maßgebend. „Vor allem die Turniere der F- und E-Junioren haben richtig Spaß gemacht. Es war einfach schön zu sehen, wie dabei schon das Spiel über die Bande eingesetzt wurde und was für ein Talent in diesen jungen Instinktfußballern steckt.“

Und wer weiß – vielleicht nehmen einige von den Angesprochenen in ein paar Jahren auch die große Siegertrophäe aus den Händen von Landrat Steffen Burchhardt und dem Sparkassen-Vorstandsvorsitzenden Norbert Dierkes entgegen. Die Planungen für das kommende Jahr sind jedenfalls unmittelbar nach dem Wochenende angelaufen.


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